Geschafft. 205 Kilometer, zehn Tage, mehrere tausend Höhenmeter rauf und runter. Vorher dachte ich, die ersten zwei, drei Tage würden die schlimmsten werden und danach wären wir fit genug um den Rest ganz locker abzulaufen. Und wirklich: Als ich am vierten Tag total geschlaucht frühmorgens im Zelt aufwachte, schlug ich tatsächlich meinem Bruder vor, die Tour abzukürzen und zwei Tage darauf mit dem Zug nach Hause zu fahren. Die Vorstellung, noch so viele Kilometer immer noch weiter gehen zu müssen war in dem Moment einfach zu viel. Hinzu kam die Sorge darum, wann das nächste Mal etwas zu Essen eingekauft werden könnte, wo wir in der nächsten Nacht schlafen würden und wie weit der nächste Brunnen entfernd ist. Im Endeffekt haben wir zwar 1,5 Etappen geschummelt, sind mit dem Bus nach Freudenstadt gefahren um dort im Aldi einzukaufen und erst in Hausach wieder auf den Westweg zurückgekehrt. Aber dann haben wir es doch durchgezogen, jeden Tag um die 20km, einmal ganze 33km und als letztes Triumpf auf den Feldberggipfel und wieder runter. Bis wir schließlich, gestärkt von einer Nacht und sehr gutem Essen bei unsrer Oma, heute in Schönau einmarschierten. Den Rest des Beitrags lesen »
Seltsam schöne Hügelfluchten
13 August 2009Wanderbar!
2 August 2009Am Dienstag, den 4. August geht’s für meinen Bruder und mich in Pforzheim los, einmal quer durch den Schwarzwald, rund 230km in 10 Etappen, bis nach Hause, nach Schönau im Schwarzwald. Wer uns spontan etappenweise begleiten möchte kann sich an der Routenplanung der Wikipediaseite zum Westweg orientieren: Am Freitag ungefähr wären wir zum Beispiel auf der Hornisgrinde und am Mummelsee unterwegs. Dabei haben wir alles, was wir brauchen und übernachtet wird im Zelt, auf dem Campingplatz oder irgendwo im Wald. Spätestens am 14./15. August wollen wir in Schönau sein. Den Rest des Beitrags lesen »
Welcome to Tango Heaven
26 Juli 2009Industriegebiet Eppelheim. Ich überquere einen großen Parkplatz, der alten Fabrikgebäuden vorgelagert ist und parke mein Rad. Hinein durch ein großes Garagentor, einen Gang entlang und durch eine Feuerschutztür. Und plötzlich bin ich in einer anderen Welt. Warme Luft, Tangomusik und Gesprächsfetzten schlagen mir entgegen und ich bin mittendrin in einer Milonga. Nie kann ich meinen Kopf so gut abeschalten wie beim Tanzen; To-Do-Listen, Sorgen, schlechtes Gewissen und Liebeskummer bleiben vor der Feuerschutztür, befreit vom Ballast trete ich ein und schalte um auf Tango. Ich plaudere mit ein paar Freunden, hole mir ein Glas Wein, setze mich hin und beobachte die anderen Tänzer. Und dann werd ich hoffentlich auch bald aufgefordert. Den Rest des Beitrags lesen »
Was lange währt…
26 Juli 2009Vor über einem Jahr habe ich mal Vorsätze gefasst, aufs Papier zu bringen, was Tango für mich bedeutet, und jetzt endlich ist es soweit. Zuerst möchte ich für alle interessierten Non-Tango-Leser eine kurze Einführung geben, im nächsten Artikel wirds dann persönlicher.
Was ist Tango Argentino? Der Normalbürger denkt beim Wort „Tango“ an 1-2-Wie-ge-schritt-Vor-Seit-Schließen, an Tänzer mit Rosen quer zwischen den Zähnen und ruckartige Kopfbewegungen. Dies sind Charakteristika des Standardtango, wie man ihn mit 15 im Tanzkurs gelernt hat und bei Tanzmeisterschaften im Fernsehn sehen kann und hat mit Tango Argentino herzlich wenig zu tun. Während Standardtango feurig, aggressiv und gewaltsam daherkommt, ist Tango Argentino zärtlich, innig und intensiv, die Tänzer sind in tiefen Umarmungen versunken. Den Rest des Beitrags lesen »
Come back to Camden
1 Oktober 2008London calling, oh yeah! Unsre Uppsala und Team-K-Reunion in London war wie erwartet super! Petra, Birte, Sophie, Yorck, Alice, Niki, Rich und Tim, alle warn sie da und es war, als hätten wir uns gestern das letzte Mal gesehen und nicht vor mehreren Monaten. Neben den üblichen Touristenattraktionen haben wir uns vor allem beim Shopping die Füße wund gelaufen, gestärkt von fettem britischen Frühstück. Endlich wieder eine Gelegenheit ohne aufzufallen all die ausgefallenen Klamotten anzuziehen, für die der Schwarzwald definitiv noch nicht bereit ist.
Eins der großen Highlights war ganz klar die Pilgerfahrt zur Abbey Road, wo die Autofahrer, die am Zebrastreifen für uns anhielten, nur die Augen verdrehen konnten. Hier das Ergebnis:
Fish, Fjords, fantastic views
20 Juli 20082 Wochen lang wandern, Zug fahren, jeden Tag Rucksack packen, nicht so oft duschen und Lachskotletts braten… Unser erstes Ziel: Der Rondane-Nationalpark in Zentralnorwegen. Der Versuch, den 2178 Meter hohen Rondslottet zu erklimmen musste nach 3 Stunden über Geröllfelder klettern abgebrochen werden, und ich bin froh, den fallenden Schnee und Graupel als Grund vorschieben zu können. Wir wurden gründlich nass, konnten aber den Rest des Tages in der bewirtschafteten Berghütte am Rondvassbu verbringen und uns an dem von einem bärtigen norwegischen Hüttenwirt (von uns zärtlich „Mr Bart“ genannt) entzündeten Kaminfeuer wärmen.
Die zweistündige Wanderung zurück zum Bus am nächsten Tag entschädigte für die abgebrochene Tour mit verschlungenen Pfaden durch niedrige Birkenwälder am Ufer eines reissenden Stroms und Aussicht auf einen Wasserfall. In Ermangelung einer Regenhose banden wir uns kurzer Hand Plastiktüten und Zeltplanen um, um uns vor dem Nieselregen zu schützen. Unsre sogenannten „Regenröcke“ wurden von den, von Kopf bis Fuss in teure, farblich abgestimmte Outdoor-Klamotten gekleideten, norwegischen und amerikanischen Wanderern mit abfälligem Grinsen kommentiert.
Nach einer Nacht im Zug war das nächste Ziel Bodø, von wo uns die Fähre nach Moskenes auf den Lofoten brachte. Da das Wetter in der folgenden Woche nirgend wo so schön wie auf den Lofoten war, blieben wir ganz sechs Nächte auf den Inseln und erwanderten Moskenesøy und Flakstadøy. Steile Hänge, tiefe Fjorde, der Kontrast zwischen dem ebenen Meer und denn hohen Bergen, das macht die besondere Schönheit der Lofoten aus. Dazu Sonne rund um die Uhr, da 150km nördlich vom Polarkreis gelegen. Besonders atemberaubend waren die Aussicht vom Reinebringen (470m.ü.M.), die Mitternachtssonne am verlassenen Strand von Bunes, der weiße Sand in Ramberg und die anstrengende, aber abwechslungsreiche Wanderroute von Nusfjord nach Nesland.
Raus aus dem schönen Wetter und rein in den Regen hieß es im Zug nach Trondheim. Zwei Tage Sightseeing und Generalüberholung im „größten Erlebnisbad Norwegens“ (pff….), bevor es über Nacht nach Oslo zurück ging, von da zum Flughafen Torp, mit Ryanair nach Bremen, dort drei Stunden Begeisterung über das billige Essen, dann weiter mit dem Zug nach Freiburg.
Fazit: Norwegen ist noch teurer als man sich vorstellen kann, die norwegischen Männer sind viel süßer und männlicher als die metrosexuellen Schweden (mmmmhhh, Vikinger!), und ich hab Muskeln! Im Ernst, es war wunderschön und ich hab in meinem Bruder auch wie erwartet die beste Reisebegleitung gefunden, die man sich wünschen kann. Gemeinsam haben wir Aussichten und Lachskotletts genossen und er hat dezent auf meine etwas weniger gute Kondition Rücksicht genommen (wieso zum Teufel, kann er, der auch nicht viel Sport macht, einfach so nen Berg hochrennen, während ich alle paar Höhenmeter anhalten und Luft schnappen muss?). Alles in allem ein großartiges Abenteuer!
Noch viel mehr Bilder und Impressionen gibt es hier.
Es ist vorbei, bye, bye Junimond
18 Juni 2008Wieder in Deutschland! Vor ca 14 Stunden bin ich in Freiburg aus dem Zug ausgestiegen und hier bin ich: mit ein bisschen Sehnsucht, einem kleinen Schweden-Schaden und dem Fluchtplan in der Tasche gehts mir doch ganz ausgezeichnet auf heimischem Boden. Die ersten melancholischen „was mach ich bloß mit dem Sommer“-Gedanken konnte ich beim Flugticket-Buchen überwinden: am 3. Juli gehts für meinen Bruder und mich für zwei Wochen nach Norwegen. Ab in den Wald ist die Devise, per Interrail möglichst weit nach Norden und bleiben wo’s gefällt. Ich träume vom Fische angeln, Beeren sammeln, Pilze finden und in glasklaren Bergbächen baden, bin aber realistisch genug, ausreichend Fertiggerichte einzupacken. Werd euch natürlich hier im Blog auf dem Laufenden halten. Den Rest des Beitrags lesen »
Valborg!
3 Mai 2008Heute mal interaktiv: Tagesschauvideo von Valborg.
Für uns war Valborg (der Tag vor dem ersten Mai) erstmal Kvalborg (die Nacht vor dem Tag vor dem ersten
Mai – die Schweden wissen, wie man Gründe zum Saufen findet), dann Mittwoch morgen halb acht zum Fluss fahren, in die Sonne setzen und Sektfrühstück abhalten. Den selbstgebauten Floßen zuschauen und sich von der Sonne braten lassen, gegen Mittag weiter in den Park und erstmal ne Runde schlafen, dann zum Mützenschwenken und Frühling begrüßen (voll enttäuschend und superlahm!), weiter vors Unigebäude, dort im Park einem Chor zuhören, schließlich nach Hause und grillen in Kantorsgatan. Also eher das Rentnerprogramm, keine Sektduschen, nicht viel tanzen, mehr rumhängen. Aber war schön entspannt und nächstes Jahr hol ich alles nach was ich dieses Jahr ausgelassen hab.
Einige Impressionen auf meiner Flickrseite.
Alles neu, macht der Mai
27 April 2008Auf der Suche nach einer passenden Überschrift für diesen Artikel habe ich festgestellt, dass es verdammt viele Maigedichte gibt. Verblüffend, welchen Einfluss die Sonne hat. In Uppsala sorgt sie dafür, dass die Schweden bei geringen Temperaturzunahmen total aufgeregt aus ihren Löchern kriechen, oben ohne Beachvolleayball spielen, sich im Hof sonnen, plötzlich anfangen Mountain zu biken (ohne Berge…), und allerlei Draußenspiele spielen, zum Beispiel Kubb, ein Spiel bei dem man mit Holzklötzen auf andre Holzklötze wirft. Den Rest des Beitrags lesen »
Vom Exkursieren und Kumpel Gabbro (knallhårt, knallsvart!)
27 April 2008Ich bin es ja gewohnt, mich mit winzigen Einheiten und Zahlen abzugeben, wie ein kleines Ångström oder ein Femtometer. Dieses Wochenende jedoch habe ich die Welt von einer andern Perspektive kennengelernt, von der des Geologen mit seinen Gesteinen, Mineralien und Gigajahren. Geowissenschaften ist mein Nebenfach und dafür muss ich unter anderm vier Exkursionstage bewältigen. Ich wollte das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, ein bisschen in schwedischen Landschaften rumkommen, Schwedisch üben und Punkte dafür kriegen, und so war ich am Samstag an der Küste bei Väddö und heute rund um Uppsala unterwegs. War etwas anstrengend, weil wir total früh los sind (ich war wie immer ungefähr 1 femtogigajahr zu spät), aber hat sich doch gelohnt. Den Rest des Beitrags lesen »






