Dancing Behind My Eyelids

By vanessa84

Ahhh, Island! Wäre ich Musikjournalist, müsste ich mit Elfen und Trollen anfangen, um meinen Bericht vom múm-Konzert in Stockholm letzten Dienstag gebührend einzuleiten. Bin ich nicht, deswegen einfach so: WAAAAHNSINN!konzert.jpg

Im kleinen Klub „Debaser“ in Stockholm gings gemütlich und familiär zu, im Publikum wie auf der Bühne. Die drei isländischen Bands teilten die Musiker, und oft waren auch einfach alle 16 auf der Bühne. Bei der ersten Vorband „Mr Silla and Mongoose„, war ich zu aufgeregt und zu besorgt, die múm-Stofftaschen könnten vor Ende des Konzertes ausverkauft sein, um wirklich zuhören zu können. Stattdessen pflegte ich am Merchstand meine Isländisch-Kenntnisse mit den Leuten der zweiten Vorband, „Seabear“. Über ein „Takk fyrir“ und „bless bless“ kam ich allerdings leider nicht hinaus. Ich hab mehr denn je das Bedürfnis, richtig Isländisch zu lernen, mit meinem Gemüsevokabular kann man leider nicht viel anfangen. Gulrætur!

Seabear“ hingegen waren großartig, umwerfend; die Art von fröhlichem, folkigem, kindlichem Electro-Blockflöten-Pop, die einem rundum wohlig stimmt. Die Bühne voll mit sympathischen, gutgelaunten Isländern die je nach Laune beliebig viele Instrumente gleichzeitig spielen oder sonstwie Geräusche erzeugen und in ihren Ansagen Schwedischkentnisse auffrischen, bzw mit dem charmanten „verrrrrry icelandic accent“ Sympathien gewinnen. Seabear haben wie múm ihre erste CD auf morr music rausgebracht, dem Berliner Lable mit Niedlichkeits-Style und einem sicheren Gespür für den leichten, beschwingenden Electroindiepop. Alles, was ich von morr music bisher kenne liebe ich heiß und innig, wie auch deren Artwork und Merchartikel die man sich bei A Number Of Small Things anschauen kann. Ok, das war ein Wink mit dem Zaunpfahl… Bald hab ich Geburtstag!

múm setzten dann ziemlich genau da an, wo Seabear aufhörten. Die zwei neuen Sängerinnen haben den Sound der Band ziemlich verändert, weg vom ruhig-träumerischen Dahinplätschern zu ehrer treibenden Rythmen und mehr Herumgespringe vor und auf der Bühne. Ein kleines bisschen enttäuscht war ich, dass sie die alten Sachen fast nur in der Zugabe gespielt haben, aber trotzdem war ich entzückt-entrückt vom einzigartigen Island-Klang. Ja verdammt, Elfen! Und Frösche, wie in „They Made Frogs Smoke ’til They Exploded“. Als dann gegen Ende alle Islandpulli tragenden Musiker/innen wieder vereint wie eine große Familie auf der Bühne standen fingen sogar die Schweden endlich an, dezent mit Beinen und Kopf zu zucken, ganz engegen der schwedischen Gewohnheit, sich auf Konzerten möglichst nicht zu bewegen.

Was bleibt ist eine múm-Stofftasche (jippie!), zwei neue CDs mit dem Gefühl von Leichtigkeit, dass sich beim Hören automatisch einstellt, und eine große Island-Sehnsucht. Bilder wie diese verstärken nur dieses Gefühl und ich bin sicher, nie kann mir die Welt echter vorkommen und mein Kopf freier sein wie unter einem solchen riesengroßen Himmel in einer solchen Atemberaubenden Landschaft.

Der Entschluss steht: nächsten Sommer will ich wieder in Island arbeiten.

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Danke Daniel für`s Fotografieren!

Einen wortgewandteren Review findet ihrhier.

5 Antworten zu „Dancing Behind My Eyelids“

  1. vanessa84 sagt:

    Wer sich für Island interessiert oder sich fragt was ich da gemacht habe, findet im Archiv unter „September 2004″ meinen Islandbericht von damals, den ich gerade mal hochgeladen hab. Sogar zweisprachig (auf englisch kommts irgendwie besser)!

  2. Stefan sagt:

    Ja, ich war enttäuscht, dass sie nur so wenig von den alten Sachen gespielt haben. Dafür höre ich die jetzt umso mehr, hehe :)

  3. xdevx sagt:

    …war richtig überrascht, dass múm so fett klingen können. habe mich auf eher ambientes rumgeklimper eingestellt und als dann die fies knarzenden bässe und die triebenden breakbeats ausgepackt wurden, ging mir echt das herz auf! :)

    Die Setlist von Köln (und vllt. auch Resteuropa!?) findest du auf:
    http://www.xdevx.wordpress.com

  4. múm @ Gebäude 9, Köln « xdevx - in der alternative liegt die möglichkeit sagt:

    [...] Weitere Reviews gibt’s bei Marko auf onelastsong.de und bei Vanessa! [...]

  5. da Gama är bra! » Force Fyris sagt:

    [...] meine mangelnden musikredakteurischen Sprachfähigkeiten ausgleichen kann. Auch Vanessa hat ihre Lobpudelei inzwischen [...]

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