„Hallo Vanessa, mein Wetterbericht sagt fürs Wochendende für die Ostsee bis Windstärke 10 und über 5m hohe Wellen voraus, wollt ihr nicht lieber auf die Fahrt verzichten, das wird bestimmt nicht lustig! Dein besorgter Papa“
Leicht beunruhigend, wenn man eine solche SMS erst bekommt, wenn das Schiff den Hafen schon längst verlassen hat… Auf genau der Route, auf der vor 14 Jahren die Estonia untergegangen ist und mit ihr 852 Passagiere. Mit der selben Schiffahrtsgesellschaft, unter der auch die Estonia zeitweise unterwegs war. Der kurze Anruf von Yorcks Vater, der vom Sturm erzählen wollte und gar nicht wusste, dass wir in dem Augenblick in Tallinn rumliefen machten die Situation nicht besser. Und als auf dem Rückweg plötzlich der Strom aus fiel und erklärende Lautsprecherdurchsagen nur auf estnisch zu hören waren, da schlug das Vertrauen in die Technik doch kurzzeitig in Panik um.
Am Ende wars aber gar nicht so schlimm und das RTL2-Programm im kabineneigenen Fernseher lenkte uns hinreichend vom Wellengang ab. Und wie gut es sicht schläft, wenn man wie ein Kind in der Wiege hin und her geschaukelt wird!
Tallinn hat einer wunderschöne Altstadt, die komplett unter UNESCO-Schutz steht. Im Gegensatz zu unserm Riga-Besuch vor einigen Monaten können wir diesmal auch behaupten, das meiste Sehenswerte gesehen zu haben. Und auf dem Markt konnte ich endlich ein heissersehntes Russentuch erwerben, dass hier alle Schwedinnen tragen, es aber nirgends zu kaufen gibt. Jetzt lieg ich auch wieder voll im Trend, zum Glück.