Vom Exkursieren und Kumpel Gabbro (knallhårt, knallsvart!)

By vanessa84

Ich bin es ja gewohnt, mich mit winzigen Einheiten und Zahlen abzugeben, wie ein kleines Ångström oder ein Femtometer. Dieses Wochenende jedoch habe ich die Welt von einer andern Perspektive kennengelernt, von der des Geologen mit seinen Gesteinen, Mineralien und Gigajahren. Geowissenschaften ist mein Nebenfach und dafür muss ich unter anderm vier Exkursionstage bewältigen. Ich wollte das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, ein bisschen in schwedischen Landschaften rumkommen, Schwedisch üben und Punkte dafür kriegen, und so war ich am Samstag an der Küste bei Väddö und heute rund um Uppsala unterwegs. War etwas anstrengend, weil wir total früh los sind (ich war wie immer ungefähr 1 femtogigajahr zu spät), aber hat sich doch gelohnt. Am Samstag war das Wetter wunderschön und das Herumgekraxel auf den Felsen am Meer hat Spaß gemacht. Die Küste dort ist gespickt mit traumhaften Sommerhäusern mit Balcon zum Meer, am auffälligsten war allerdings ein seperates „Wohnzimmer“, eine Holzkonstruktion mit Wänden aus Glas, darin zwei Korbsofas und ein Couchtisch, das ganze etwa 20 Meter dem Haus vorgelagert auf einem großen Felsen, der über das Meer herausschaut. Ja, so lässt sich’s leben…

Heute war etwas weniger spannend, da ich totmüde vom gestrigen Salsatanzen; irgendwie sahen alle Granite gleich aus. Auch an der Natur konnte ich mich leider nicht richtig erfreuen. Denn wenn ein Geologe von einem Waldspaziergang redet meint er mit den Augen den Boden nach ein paar blanken Felsen abtasten und Moos von jedem Stein runter kratzen. Er sieht nicht die Bäume ausschlagen, hört nicht die Vögel singen, er stellt sich nur vor wie schön bunt die Steine sein müssen, die unter dieser ganzen blöden Biomasse vergraben sind. Als bei der Verabschiedung alle die Taschen voll Steine hatten und ich nur einen Buchenzweig mit schönen grünen Blattknospen vorzuweisen hatte war ich als Nicht-Geologe geoutet und musste einige Kommentare einstecken. Naja, hoffe, der Zweig schlägt weiter aus. Einen Stein hätte ich sowieso nicht nach Deutschland transportieren können – zu viel extra Gewicht.

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