Archiv für Juli 2008

Fish, Fjords, fantastic views

20 Juli 2008

2 Wochen lang wandern, Zug fahren, jeden Tag Rucksack packen, nicht so oft duschen und Lachskotletts braten… Unser erstes Ziel: Der Rondane-Nationalpark in Zentralnorwegen. Der Versuch, den 2178 Meter hohen Rondslottet zu erklimmen musste nach 3 Stunden über Geröllfelder klettern abgebrochen werden, und ich bin froh, den fallenden Schnee und Graupel als Grund vorschieben zu können. Wir wurden gründlich nass, konnten aber den Rest des Tages in der bewirtschafteten Berghütte am Rondvassbu verbringen und uns an dem von einem bärtigen norwegischen Hüttenwirt (von uns zärtlich „Mr Bart“ genannt) entzündeten Kaminfeuer wärmen.

Die zweistündige Wanderung zurück zum Bus am nächsten Tag entschädigte für die abgebrochene Tour mit verschlungenen Pfaden durch niedrige Birkenwälder am Ufer eines reissenden Stroms und Aussicht auf einen Wasserfall. In Ermangelung einer Regenhose banden wir uns kurzer Hand Plastiktüten und Zeltplanen um, um uns vor dem Nieselregen zu schützen. Unsre sogenannten „Regenröcke“ wurden von den, von Kopf bis Fuss in teure, farblich abgestimmte Outdoor-Klamotten gekleideten, norwegischen und amerikanischen Wanderern mit abfälligem Grinsen kommentiert.

Nach einer Nacht im Zug war das nächste Ziel Bodø, von wo uns die Fähre nach Moskenes auf den Lofoten brachte. Da das Wetter in der folgenden Woche nirgend wo so schön wie auf den Lofoten war, blieben wir ganz sechs Nächte auf den Inseln und erwanderten Moskenesøy und Flakstadøy. Steile Hänge, tiefe Fjorde, der Kontrast zwischen dem ebenen Meer und denn hohen Bergen, das macht die besondere Schönheit der Lofoten aus. Dazu Sonne rund um die Uhr, da 150km nördlich vom Polarkreis gelegen. Besonders atemberaubend waren die Aussicht vom Reinebringen (470m.ü.M.), die Mitternachtssonne am verlassenen Strand von Bunes, der weiße Sand in Ramberg und die anstrengende, aber abwechslungsreiche Wanderroute von Nusfjord nach Nesland.

Raus aus dem schönen Wetter und rein in den Regen hieß es im Zug nach Trondheim. Zwei Tage Sightseeing und Generalüberholung im „größten Erlebnisbad Norwegens“ (pff….), bevor es über Nacht nach Oslo zurück ging, von da zum Flughafen Torp, mit Ryanair nach Bremen, dort drei Stunden Begeisterung über das billige Essen, dann weiter mit dem Zug nach Freiburg.

Fazit: Norwegen ist noch teurer als man sich vorstellen kann, die norwegischen Männer sind viel süßer und männlicher als die metrosexuellen Schweden (mmmmhhh, Vikinger!), und ich hab Muskeln! Im Ernst, es war wunderschön und ich hab in meinem Bruder auch wie erwartet die beste Reisebegleitung gefunden, die man sich wünschen kann. Gemeinsam haben wir Aussichten und Lachskotletts genossen und er hat dezent auf meine etwas weniger gute Kondition Rücksicht genommen (wieso zum Teufel, kann er, der auch nicht viel Sport macht, einfach so nen Berg hochrennen, während ich alle paar Höhenmeter anhalten und Luft schnappen muss?). Alles in allem ein großartiges Abenteuer!

Noch viel mehr Bilder und Impressionen gibt es hier.